Anne Hefer
INS OFFENE!
Was mich beim Malenantreibt, ist nicht der Versuch, topografisch feststellbare Räume abzubilden. Unser Lebensraum ist ja auch nicht ein für allemal eingegrenzt, sondern wandelt sich durch Ereignisse, Stimmungen, Vorstellungen. Mich reizt vielmehr, Zeichen der Natur einzusetzen als Bilder für schweifende Erinnerungen und Emotionen. Dem Balancieren zwischen Real- und Bildraum gilt mein Interesse. In diesem Wechselspiel können Himmel und Erde nach gedanklichen Eingebungen und Formempfinden zusammengestellt werden.
Impulsgeber ist immer die Farbe. Kobaltblau beunruhigt und zieht magisch an, Chromoxydgrün ist feurig und belebt. Beim Verflüssigen, Verschieben und Wegschaben der Farbe auf der Leinwand tauchen Erscheinungen auf, wie sie in der Wirklich- keit vorkommen könnten: Wolken, Wasser, Licht, Erde. Durch Zufall und Steuerung entstehen Irrwege, Ruhezonen, Wasserstellen, Klippen, grüne Inseln. So wird Malen für mich Erinnerung, Entwurf, Spiel – ein Versuch, Zeit anzuhalten, um mich zu vergewissern, mit jedem Bild aufs Neue und jedes- mal anders: Wie könnte es gewesen sein, was kann sein, was könnte werden.


