Jutta Joy Gross
Jutta Joy Gross fotografiert Frauen in ihrer weiblichen Präsenz jenseits gesellschaftlicher Zuschreibungen. Ihre Bilder entstehen dort, wo Rollenbilder an Bedeutung verlieren und innere Haltung sichtbar wird. In reduzierten, bewusst inszenierten Bildräumen zeigt sie Frauen in ihrer eigenen Wahrnehmung, Kraft, Verletzlich- und Sinnlichkeit. Die Begegnung zwischen Fotografin und porträtierter Frau ist dabei zentraler Bestandteil des Werkes. Im Zentrum steht der Moment zwischen Spannung und Loslassen – jene stillen Übergänge, in denen Authentizität spürbar wird. In einer Bildkultur, die Frauen formt, optimiert und bewertet, sucht Gross nach dem Unverformten. Nach dem Blick der bleibt. Nach der Haltung, die sich nicht erklärt.
Geprägt von über vier Jahrzehnten in der internationalen Film- und Modeindustrie arbeitet Gross mit einer klaren, filmischen Bildsprache. Licht, Dramaturgie und Reduktion verdichten sich zu Kompositionen, die sich zu vielschichtiger Tiefe entfaltet. Ihre Porträts machen Facetten von Weiblichkeit sichtbar, die nebeneinander existieren dürfen – ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung, ohne Inszenierung für ein Gegenüber.
Mehrfach in der Leica Fotografie International (LFI) Gallery gezeigt und als Finalistin ausgezeichnet, stehen ihre Werke für eine eigenständige Form weiblicher Präsenz.



