Atieh Salari
„Begegnungen mit Menschen, ihre Beziehungen und ihr Verhalten bilden die zentrale Inspirationsquelle meiner künstlerischen Arbeit. In meiner Malerei setze ich mich mit den unsichtbaren Strukturen auseinander, die Identität formen und Handlungen prägen.
Im Zentrum meiner Arbeit stehen wiederkehrende Motive wie Schubladen und Boxen – Symbole für gesellschaftliche Kategorisierung, verinnerlichte Rollenbilder und weitergegebene Erwartungen. Meine Figuren erscheinen in offenen, zeit- und ortlosen Zwischenräumen. Sie sind von äußeren Ordnungssystemen geprägt, die Orientierung geben und zugleich Begrenzung erzeugen. Alte, beschädigte Schubladen oder Boxen finden Eingang in meine Bildwelt als Symbole überkommener Denk- und Sprachmuster, die Wahrnehmung und Miteinander beeinflussen.
Ich untersuche, wie sich soziale Rahmenbedingungen in das Selbst einschreiben und individuelle Identität formen. Meine Arbeit verstehe ich als einen Raum für Reflexion und Dialog – mit dem Ziel, Empathie zu fördern und gesellschaftliche Zuschreibungen sichtbar zu machen.“



