Tobias Springborn
„Meine künstlerische Praxis bewegt sich im Spannungsfeld zwischen mathematischer Präzision und kontrollierter Eruption. Als zeitgenössischer Bildhauer und Crossover-Künstler dekonstruiere ich etablierte Symbole der Pop-, Konsum- und Kulturgeschichte, um sie in monumentalen, raumeinnehmenden Wandobjekten neu zu kontextualisieren. Der Entstehungsprozess entspringt einer klinisch-digitalen CAD-Planung: Mittels industrieller CNC-Frästechnik zwinge ich meine Konzepte in eine millimetergenaue, mehrschichtige Relief-Architektur. Diese künstliche Perfektion breche ich im nächsten Schritt radikal auf – durch den gezielten Einsatz von High-End-Industrielacken (Hesse 2K) und unvorhersehbare, dynamische Farbschüttungen (Paint Action).
Auf der ARTe Kunstmesse Dortmund präsentiere ich meine konzeptionelle Werkreihe „Bonner Republik“. Die Serie seziert ur-deutsche, teils spießbürgerliche Nachkriegs-Motive wie den „Hawaii Toast“ oder den kollektiven Feierabendcharakter und bricht sie ironisch mit der westlichen Pop-Art-Ästhetik jener Epoche. Das Ergebnis sind physisch gewaltige, makellos exekutierte „One-of-One“-Originale mit enormer plastischer Tiefe. Arbeiten, die durch ihre visuelle Wucht und subkulturelle Kante den Raum nicht dekorieren, sondern ihn kompromisslos dominieren.“



